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Regelungen für steuerbare Verbrauchseinrichtungen

Die Energiewende ist ein zentrales Thema unserer Zeit und erfordert innovative Ansätze sowie klare gesetzliche 
Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang spielen der § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG)
und der § 22 des Energiefinanzierungsgesetz (EnFG) eine entscheidende Rolle.

Betreiben Sie eine Wärmepumpe? Dann dürfen Sie sich freuen! Die Bundesregierung fördert Ihren Beitrag zur Energiewende, indem sie die Kosten für zwei Bestandteile Ihres Wärmepumpen-Tarifs senkt: die Umlagen und die Netzentgelte.
Auch Wallbox-Besitzer können von den Vorteilen profitieren.

Erklärvideo steuerbare Verbrauchseinrichtung       Erklärvideo Wärmepumpe


Fragen und Erläuterungen für steuerbare Verbrauchseinrichtungen

Sie fragen, wir antworten.

Um die Ziele der Ener­gie­wende zu errei­chen, wird sich die Zahl der Lade­ein­rich­tungen für Elek­tro­fahr­zeuge, Wärme­pumpen sowie PV-Anlagen und Batte­rie­spei­cher­sys­teme erhöhen. Diese Anwen­dungen belasten das Netz stärker als herkömm­liche Verbrau­cher und eine höhere Gleich­zei­tig­keit der Nach­frage ist zu erwarten. Um die Netz­sta­bi­lität sicher­zu­stellen und gleich­zeitig den Betrieb dieser Verbrauchs­ein­rich­tungen mit möglichst wenig steu­ernden Eingriffen zu ermög­li­chen, gilt seit dem 1. Januar 2024 die Neure­ge­lung gemäß § 14a Ener­gie­wirt­schafts­ge­setz (EnWG) der Bundes­netz­agentur. 

Die Regelung betrifft nicht den normalen Haushaltsstrom.

Steuerbare Verbrauchseinrichtungen gemäß § 14a EnWG sind folgende Geräte mit einer elektrischen Leistung über 4,2 kW und einem Anschluss an das Niederspannungsnetz:

  • Nicht-öffentlich zugängliche (private) Ladeeinrichtungen bzw. Wallboxen für Elektrofahrzeuge
  • Anlagen zur Speicherung elektrischer Energie (Batteriespeicher)
  • Wärmepumpenheizungen inkl. Zusatz- oder Notheizungen (z. B. Heizstäbe)
  • Anlagen zur Raumkühlung (Klimageräte)

Die Neuregelung der BNetzA zum § 14a EnWG gilt für alle Anlagenbetreiber, wenn

  • sie einen maxi­malen Leis­tungs­bezug von mehr als 4,2 kW haben
  • der Anschluss am Nieder­span­nungs­netz erfolgt
  • die Inbe­trieb­nahme ab dem 01.01.2024 geschehen. 

Nein.

Der Netzbetreiber darf den Strombezug steuerbarer Verbrauchseinrichtungen nur dann temporär „dimmen“, wenn eine akute Beschädigung oder Überlastung des Netzes droht. Selbst wenn dieser Fall eintritt, muss eine Mindestleistung von 4,2 kW bereitstehen. Wärmepumpen können weiter betrieben und E-Autos in aller Regel in zwei Stunden für 50 Kilometer Strecke nachgeladen werden.

Diese Regelung ist nur für Notfälle anwendbar, in denen eine akute Überlastung eines Netzbereichs festgestellt wird. Die Bundesnetzagentur rechnet allenfalls mit geringen Einschränkungen und unwesentlichen Komforteinbußen. Im Gegenzug erhalten Sie als Verbraucherin oder Verbraucher eine Netzentgeltreduzierung.

Hinweis: Der reguläre Haushaltsstrom ist davon nicht betroffen.

Modul 1 Modul 2 Modul 3
Gültigkeit ab 01.01.2024 Gültigkeit ab 01.01.2024 Gültigkeit ab 01.04.2025
Das erste Modul sieht eine pauschale Reduzierung vor. Es gilt eine bundeseinheitliche Regelung je Netzbetreiber, um die Pauschale zu bestimmen. Sie kann je nach Netzgebiet zwischen 110 und 190 Euro im Jahr betragen (Stand 2023). Das jährlich zusätzlich zu zahlende Netzentgelt für ein E-Auto, also für rund 2.500 kWh, kann dadurch um 50 bis 95 Prozent reduziert werden. Modul 1 kombiniert mit einem zeitvariablen Netzentgelt (Modul 3), dürfte zukünftig regelmäßig im Bereich der E-Mobilität attraktiv sein. Die Reduzierung wird je Marktlokation gewährt, über die der Verbrauch der steuerbaren Verbrauchseinrichtung abgerechnet wird. Sie bleibt daher gleich hoch, auch wenn mehrere steuerbare Verbrauchseinrichtungen an der gleichen Marktlokation bestehen. Das zweite Modul beinhaltet eine prozentuale Reduzierung des Netzentgelt-Arbeitspreises (ct/kWh) in der Niederspannung ohne Leistungsmessung auf 40 Prozent. Dabei handelt es sich nicht um den Arbeitspreis des Energieliefervertrags. Technische Voraussetzung ist ein separater Zähler, um den Verbrauch der steuerbaren Verbrauchseinrichtung abzurechnen. Für den Verbrauch am separaten Zähler darf der Netzbetreiber keinen Netzentgelt-Grundpreis aufrufen. Diese Variante kann sich besonders für Wärmepumpen eignen. Ab April 2025 können Sie das Modul 1 mit zeitvariablen Netzentgelten (Modul 3) kombinieren.

Für neue Verbrauchseinrichtungen ab 1. Januar 2024

Geht Ihre Verbrauchseinrichtung ab 2024 in Betrieb, müssen Sie nichts weiter tun. Ihr Installateur meldet die Anlage beim zuständigen Netzbetreiber an. Der Netzbetreiber informiert uns und wir kümmern uns um alles weitere. 

Wir verrechnen die Reduzierung mit Ihren Stromkosten und weisen dies explizit auf Ihrer Jahresendabrechnung aus. 

Für Verbrauchseinrichtungen bis 31. Dezember 2023

Haben Sie Ihre steuerbare Verbrauchseinrichtung vor dem 1. Januar 2024 in Betrieb genommen und diese beim Netzbetreiber angemeldet, gilt zunächst die bestehende Regelung weiter. Für Sie ändert sich nichts. 

Schritt 1: Entscheidung für eine Ansteuerungsart

Zuerst müssen Sie sich für eine Art der Ansteuerung entscheiden. Diese Entscheidung haben Sie für jede Ihrer steuerbaren Verbrauchseinrichtung zu treffen. Ihre Entscheidung hat Auswirkungen darauf, welche technischen Einrichtungen benötigt werden. Hier sollten Sie sich auch durch eine Fachkraft beraten lassen.

Schritt 2: Meldung an den Netzbetreiber
Wenn Sie sich für eine Art der Ansteuerung entschieden haben, müssen Sie in einem nächsten Schritt Ihrem Netzbetreiber die Inbetriebnahme einer neu errichteten steuerbaren Verbrauchseinrichtung im Voraus melden (§ 19 Abs. 2 NAV). Die Festlegung ändert an dieser gesetzlichen Vorgabe nichts.

Schritt 3: Beauftragung der notwendigen technischen Mess- und Steuerungseinrichtungen

Als Betreiber einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung haben Sie dafür Sorge zu tragen, dass die steuerbare Verbrauchseinrichtung mit den notwendigen technischen Mess- und Steuerungssystemen ausgestattet wird. Ihre steuerbare Verbrauchseinrichtung muss grundsätzlich an das intelligente Messsystem angebunden werden können. Denn die netzorientierte Steuerung ist ein energiewirtschaftlich relevanter Vorgang.

Für den Einbau dieser technischen Einrichtungen wenden Sie sich deswegen in einem nächsten Schritt an den Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber:

Für Bestands­an­lagen, die bereits vor diesem Termin ange­schlossen wurden, gelten folgende Über­gangs­re­ge­lungen:

  • Bestands­an­lagen mit Steue­rung durch den Netz­be­treiber

Für Bestands­an­lagen mit beste­hender §14a EnWG-Verein­ba­rung (ausge­nommen Nachtspei­cher­hei­zungen) müssen bis zum 01.01.2029 in das Ziel­mo­dell über­führt werden. Sie können jedoch vorher freiwillig in die neuen Abrechnungsmodule des § 14a EnWG wechseln, wenn Ihre Anlage die technischen Voraussetzungen erfüllt. Einmal umgestiegen ist eine Rückkehr in die alte Regelung allerdings nicht möglich. 

Nachtspeicherheizungen sind von einem Umstieg in die "neue" Regelung ausgeschlossen. 

  • Bestands­an­lagen ohne Steue­rung durch den Netz­be­treiber

Bestands­an­lagen ohne Verein­ba­rung zur Steue­rung durch den Netz­be­treiber bleiben dauer­haft von den neuen Regeln ausge­nommen. 

Sie möchten mit Ihrer Verbrauchseinrichtung in die Neuregelung des § 14a EnWG wechseln? Dann wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Netzbetreiber. Diesen finden Sie auf Ihrer Stromrechnung von den Stadtwerken Landsberg.

Nach § 22 des Energiefinanzierungsgesetzes (EnFG) können Betreiber von elektrisch betriebenen Wärmepumpen eine Reduzierung bestimmter Strompreis-Umlagen erhalten. Für den Stromverbrauch der Wärmepumpe werden dabei diese beiden gesetzliche Umlagen KWK-Umlage (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz) und Offshore-Netzumlageauf 0,00 ct/kWh reduziert:


Antragstellung bei den Stadtwerken Landsberg

Die Umlagen-Reduzierung wird nicht automatisch berücksichtigt. Kundinnen und Kunden der Stadtwerke Landsberg müssen diese aktiv beantragen.

Nach Eingang des Antrags leiten die Stadtwerke Landsberg die Angaben an den zuständigen Netzbetreiber weiter. Der Netzbetreiber prüft und bestätigt, ob die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Nach entsprechender Bestätigung durch den Netzbetreiber werden die Umlagen für den Wärmepumpenstrom auf 0,00 ct/kWh reduziert bzw. im Strompreis entsprechend berücksichtigt.
 

Wir helfen Ihnen gerne weiter

Ihre persönlichen Ansprechpartner

Sven-Robert Kundiger

Sven-Robert Kundiger

Privatkundenvertrieb und Marketingmanagement