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Umfassende Revision der Mühlbach-Kraftwerke

Die Stadtwerke Landsberg und das Elektrizitätswerk Landsberg bringen die Turbinen der Mühlbach-Kraftwerke auf den neusten Stand der Technik.

Mehr als 20 Jahre ist es her, dass im Landsberger Mühlbach zwei Laufwasserkraftwerke gebaut wurden. An der ehemaligen „Maier-Mühle“ entstand das Wasserkraftwerk der Stadtwerke Landsberg, nur wenige hundert Meter nördlich in der Sandauer Straße das der Elektrizitätswerk Landsberg GmbH (EWL). Nun werden die beiden Turbinen der Kraftwerke ausgebaut und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Dazu wird der Mühlbach am 4. Juni für etwa drei Wochen trockengelegt. Aus Sicherheitsgründen sind teilweise Sperrungen im Bereich der Baustelle erforderlich. Umleitungen werden entsprechen eingerichtet und ausgeschildert.

 

Die Turbine der Stadtwerke Landsberg wurde vor knapp 22 Jahren eingebaut. Mit einem Kran wurde die 24 Tonnen schwere Andritz-Turbine (4,60 lang/ 4,11 breit/ 4,75 hoch) damals über das Dach der noch unsanierten Maier-Mühle gehoben. Nun, 22 Millionen erzeugte Kilowattstunden und rund 190.000 Betriebsstunden später, muss das altgediente Kraftwerk einer Generalüberholung unterzogen werden. Dazu wird am 6. und 7. Juni die Turbine aus dem Bachbett des Mühlbachs gehoben. Nach dem Transport zur Firma Andritz Hydro GmbH in Ravensburg wird die Turbine etwa zwei Monate gewartet und wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht, um dann Mitte August an ihrem angestammten Platz wieder eingesetzt zu werden. Aus Sicherheitsgründen muss die Brücke im Bereich der Baustelle zwischen 4. und 8. Juni für den Auto-und Fußgängerverkehr gesperrt werden. Der Verkehr wird über den Infanterieplatz geleitet, die dortigen Parkplätze stehen in dieser Zeit nicht zur Verfügung. Dies teilt Thomas Schneider, der Abteilungsleiter Fernwärme und Erzeugungsanlagen bei den Stadtwerken Landsberg, mit.

 

Etwa zwei Wochen später, am 19. Juni, wird das Elektrizitätswerk Landsberg seine Turbine ausbauen. Die Maschine wird mit einem Autokran ausgehoben und ebenfalls nach Ravensburg gebracht und dort von der Andritz Hydro GmbH zerlegt und überholt. Die 17 Tonnen schwere Kegelradrohrturbine des EWL ist ca. 3,90 Meter lang, 2,90 Meter breit und 2,90 Meter hoch. Sie wurde Anfang der 80-er Jahre im Zuge eines Kraftwerksumbaus eingebaut und 1984 in Betrieb genommen. Seitdem ist die Turbine etwa 300.000 Betriebsstunden gelaufen und hat rund 90 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Diese Strommenge reicht aus, um rund 30.000 Durchschnittshaushalte ein Jahr lang mit klimafreundlichen Strom zu versorgen. „Nach einer Betriebszeit von rund 35 Jahren unterziehen wir die Turbine einer umfassenden Revision. So können wir mit unserem Kraftwerk auch in Zukunft regenerativen Strom für Landsberg produzieren – und das zuverlässig und effizient“, sagt EWL-Geschäftsführer Matthias Schwanitz. Nach dem Verladen der ausgebauten Turbine wird diese nach jetzigem Planungsstand am Abend des 19. Junis über die Landsberger Altstadt abtransportiert. Hier kann es kurzfristig zu Verkehrseinschränkungen kommen.

 

Der Mühlbach verarbeitet eine maximale Wassermenge 12,6 Kubikmeter pro Sekunde. Beide Turbinen laufen das ganze Jahr über durchgehend, bis auf eine jährlich wiederkehrende „Bachkehre“ von rund zwei Wochen, bei der das Bachbett gereinigt wird. EWL und die Stadtwerke nutzen die Bachkehre in diesem Jahr zum Ausbau ihrer Turbinen. Dazu wird der Mühlbach ab Anfang Juni für etwa drei Wochen leer bleiben. Nach Abschluss der Revisions-Arbeiten wird der Mühlbach Ende Juni wieder geflutet und erst zum Wiedereinsetzen der Turbinen im August und September erneut abgelassen.